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Wiedersehen mit Dean Cáceres nach über 20 Jahren

Vor 21 Jahren gab der Pianist und Musikwissenschaftler Dr. Dean Cáceres schon einmal ein Gastspiel in Cadenberge. Nun zeigte der in Göttingen lebende Deutsch-Argentinier auf Einladung des Kulturkreises am Dobrock im Rathaussaal erneut sein Können. Er holte aus dem 130 Jahre alten Steinway-Flügel einen überaus großen Reichtum an Klangfarben heraus – von sehr zarten bis zu äußerst kraftvollen Klängen wurde das ganze Spektrum ausgeschöpft. [Auf die Sonate A-Dur op. posthum 120 von Franz Schubert] folgte die Sonate op. 34 von Woldemar Bargiel. Diese kündigte Cáceres als eine Weltpremiere an, denn ’seit 150 Jahren hat kein Mensch wissenschaftlich nachweisbar diese Sonate von Bargiel gespielt.‘ Cáceres ließ die Zuhörer spüren, wie sehr er sich mit dieser Musik identifiziert und so übertrug sich seine Begeisterung schnell auf die Zuhörer. Sein Spiel ist eine selten zu hörende Verbindung von enormer Virtuosität, Spielfreude, liebevoller und intelligent zusammenfassender Darstellung, klanglicher Vielschichtigkeit und Transparenz.

Nach der Pause setzte Cáceres den Abend mit der Klaviersonate h-Moll op. 58 von Frederic Chopin fort. Diese Sonate bedeutet eine extreme Herausforderung für Pianisten in Bezug auf Virtuosität, Ausdauer und Darstellung der vielschichtigen Stimmen, was aber von Dean Cáceres mit Brillanz gespielt wurde. Bewundernswert war an dieser Stelle die Ruhe, mit der Cáceres nach den stürmisch aufgewühlten ersten beiden Sätzen den dritten Satz Largo gestaltete: ein besonderer Höhepunkt des Abends, bevor das furiose Finale die Zuhörer mitriss.“ Cuxhavener Nachrichten, 2013

 

Chopin-Abend im Sepulkralmusem

Das Leben beginnt mit dem Tod.  Mit den ersten Klängen von Chopins Trauermarsch ‚Marche funebre’, entfaltet sich mit elementarer Tiefe und schlichter Einfalt die Größe dieser Komposition, die Arthur Rubinstein einmal als das ‚Raunen des Windes über den Gräbern’ bezeichnet hat. Im Kasseler Sepulkralmuseum, einen Ort für das Verstehen des Todes, findet an diesem Abend im November 2010 noch im Chopin Jahr ein Konzert mit Lesung zum Leben und Werk des großen, unvergessenen polnischen Komponisten  und Pianisten (1810-1849)  des 19. Jahrhunderts statt.
Die beiden Musiker und Musikwissenschaftler  Dean Cáceres und Inna Klause verschränken in ihrem wunderbar konzeptionierten Programm Musik und Wort, lassen das viel zu kurze Leben Chopins in seinen 24 Preludes, aufleuchten und verströmen, geben mit eingespielten Dias  eine Vorstellung vom Damals: Der Trauerfeier zum Tod des ehemaligen Wunderkindes, den Orten, an denen er liebte, suchte und schuf.  Bilder seiner Heimatstadt Warschau des des Pariser Exils wechseln mit Ansichten von Mallorca , von Valldemosa, wo der junge Chopin mit seiner älteren Muse, der Schriftstellerin George Sand, lebte. Die Beziehung endet 1847, zwei Jahre später stirbt er mit nur  37 Jahren.

Frédéric Chopin lebte ein ungewöhnliches Leben, ein Künstlerleben, hoch oben auf dem Grat zwischen Leidenschaft, Melancholie und Niedergang.  Zu viel von allem.  Im Wechsel lesen der in Los Angeles geborenen Dean Cáceres und seine Partnerin, die in Kasachstan geborene Inna Klause Texte, Zitate, Brieffragmente  und Zeitzeugenaussagen, lassen mit eindringlichem Charisma das Bild eines großen, in sich zerrissenen Künstlers entstehen, der oft als ‚Nachfolger Mozarts’ charakterisiert wurde.  Dazwischen erklingen die 24 Preludes op. 28 des romantischen Komponisten, die wohl alle in Mallorca entstanden sind. Dean Cáceres spielt sie virtuos am Piano in diesen Räumen des Sepulkralmuseums, Töne, die perlen, Töne, die rauschen, ein kompositorischer Mikrokosmos, bei dem jede Prelude einer  Tonart zugedacht ist.  Cáceres gelingt es an diesem Abend zwischen den Totengräbern im Sepulkralmuseum das Kühne der Skizzen, das Fiebernde und Waghalsige  der Kompositionen mit Brillanz, Klarheit und Schlichtheit freizulegen. Dabei verweigert sich der Pianist jenem falsch verstandenen Pathos, mit dem Chopins Werk allzu oft gespielt wird. Die zwei fassen sich an den Händen und  verbeugen sich strahlend, bescheiden. Und das Publikum dankt mit nicht endend wollendem Applaus den beiden Musikern für einen Abend der Innerlichkeit  und ein hoch gelungenes Konzept. Man würde sich mehr solche Konzerte wünschen.“ Juliane Sattler, HNA-Nachrichten, 2010

 

Himalayische Gipfel der Klavierliteratur

Einen bemerkenswerten Beweis seines Könnens lieferte der Pianist Dean Cáceres an diesem Abend. So standen ausschließlich himalayische Gipfelwerke der Klavierliteratur auf dem Programm, deren Bewältigung sicherlich manchen Weltklassepianisten vor eine große Aufgabe gestellt hätte – Dean Cáceres stellte sich mutig und überzeugend der Herausforderung… Sehr gut gelangen die hochvirtuosen ‚Variations Sérieuses’ Mendelssohn Bartholdys op. 54. In den ‚Three Fancies’ von Ernest John Moeran überzeugte der Solist mit technischer Sicherheit, feinsten pastellfarbigen Schattierungen der Klänge. Zusammengenommen besitzt der Pianist Dean Cáceres große musikalische und technische Fähigkeiten.“ Michael Ihlefeld, Westfalen-Blatt, 2003

 

Lyriker und Draufgänger

Dean Cáceres führte den Zuhörern Liszts hämmernden Klangrausch und die Danteschen Himmelsvisionen mit großem Engagement und bravouröser Technik vor …Nach der Pause folgte Schuberts Sonate in B-Dur… Der langsame Satz in seiner entrückten, weltabgewandten, von Cáceres mit großem Atem ausgesungenen Grundstimmung war – trotz aller klingenden und donnernden Lisztschen Klangzauberei – das eindrucksvollste Werk des Abends.“ Kampener Musiksommer, 2001

 

Klavierkonzert mit Dean Cáceres

„Wer ein Werk wie die Hammerklaviersonate in sein Programm aufnehmen kann, muß über kraftvolle, fantasiesprühende, ungeheure Konzentration verfügen. Cáceres hat dieses Vermögen, solch ein Werk hörbar zu machen.“ A. Pröbstle, Einbecker Morgenpost, 2001

 

Ein Konzert auf den Flügeln persönlicher Zuneigung

Im Weißen Saal des Mainau-Schlosses spielte Dean Cáceres Werke, die nicht unbedingt zur Alltagsbeschäftigung eines Pianisten gehören: Beethovens letzte Sonate in c-Moll op. 111 und Mendelssohns Variations Sérieuses. Zunächst fand die Partita B-Dur J. S. Bachs in Dean Cáceres den rechten Vermittler: Nicht mechanisch abgespult, sondern aus den melodischen Fixpunkten herausgeputzt, nicht zelebriert, sondern mit dem der französischen Barockepoche entlehnten Verzierungsrepertoire unaufdringlich serviert, mit der sprintenden Gigue brillant den Schlusspunkt setzend – so hielt es Cáceres mit den Schmuckstücken stilisierter Tänze.

Mit Mendelssohns Variations Sérieuses setzte Cáceres einen Glanzpunkt interpretatorischer Qualität, so sehr das stilbildende Element auch variierte, es blieb im musikalischen Gespräch, im Dialog, ob poetisch oder aufwallend, ob in rollenden Passagen, ob Choral-beruhigt oder Stretta-stürmisch. Die drei „Fancies“ von Earnest John Moeran empfand man aus den Händen von Cáceres wie Debussy nahestehende farb-changierende Gebilde in spätromantischer Verkleidung. „Windmills“ in hohen Drehzahlen, die Elegie in schmerzlicher Verlorenheit, die Burleske als doppelgesichtige Harlekinade.

Mit Beethovens Klaviersonate op. 111 geht wohl jeder Pianist ein Abentuer ein. Cáceres ist ihm weitgehend gerecht geworden. Dem zerklüfteten Altersopus von Beethoven ist überzeugendes Profil gegeben worden. Die Einsamkeit eines tauben Komponisten wurde spürbar, vor allem in der Arietta, wenn, nach dem majestätischen ersten Satz, die Bewältigung von Höchstschwierigkeiten ansteht. Dean Cáceres hielt bei jeglicher Tempo-Steigerung stets die Strukturen offen, blieb auch in der Nähe der ariosen Quelle.“ Gerhard Hellwig, Südkurier, 1999

 

Eindrucksvolle Sonntags-Matinee

Mit Liszts „Fantasia quasi Sonata – Après une Lecture de Dante“ machte der Pianist einen Sprung in eine andere musikalische Welt. Dean Cáceres führte den – hinterher begeistert applaudierenden – Zuhörern Liszts hämmernden Klangrausch und die in freundlichem Glöckchenton einherklingenden Himmelsvisionen mit großem Engagement und bravouröser Technik vor, wobei der „Hölle“ größeres Gewicht zukam als dem „Paradies“ – aber das liegt an Liszt und nicht an Cáceres.

Nach der Pause folgte Schuberts Sonate in B-Dur (D 960), die letzte in der Reihe seiner Sonaten, die von vielen als „Vollendung des Schubertschen Klavierwerkes“ angesehen wird. Der langsame Satz in seiner entrückten, weltabgewandten, von Cáceres mit großem Atem ausgesungenen Grundstimmung war – trotz aller klingenden und donnernden Lisztschen Klangzauberei – das eindrucksvollste Werk der Matinée: Man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören können.“ Einbecker Morgenpost, 1998

 

Starke Persönlichkeit

„Ein Pianist mir starker Persönlichkeit und viel Klangsinn ist Dean Cáceres. In fingerschneller Akrobatik zauberte Cáceres ein brilliantes Feuerwerk impressionistisch getönter, brasilianischer Folklore aus den Tasten. Die Zuhörer erlebten einen schönen, mit pianistischen Können und großem Engagement gestalteten Klavierabend.“ Mainpost, 1998

 

Ein Musikgeschenk

Dean Cáceres ist ein sensibler, durchgeistigter, echter Musikvermittler mit ausgereifter Technik, die er voll und ganz in den Dienst seiner durch starken Klangsinn geprägten Interpretation stellt. Sein Programm bewältigte er mit starker Ausdrucksfähigkeit und einer blendenden Technik.

Die Hauptwerke des Konzerts waren Franz Schubert gewidmet. Mit der großartigen Wiedergabe der „Wandererfantasie“ op. 15 und der Darbietung der späten „Sonate in G-Dur“ zeigte der Künstler, zu welcher Ausdruckskraft er fähig ist. Die hochdramatischen Stellen wechseln mit fast kunstliedähnlichen zarten Gesangsszenen. Man hört scherzo-ähnliche Tanzsätze, wienerische Heurigenseligkeit und malerische Klangträume. Ein schönes Musikgeschenk, das der Zuhörerschaft geboten wurde; man möchte Dean Cáceres gern wiederhören.“ Einbecker Morgenpost, 1997

 

Sturmgepeitschter Ozean und ersehntes Elysium – Pianist Dean Cáceres entfesselt beim ‚Konzert zur Teezeit’ des Kulturrings virtuose Kräfte für ein begeistertes Publikum

Die Bach-Partita Nr. 1 B-Dur von Bach schnurrte ab wie ein Uhrwerk, fast als unaufhaltsames Perpetuum mobile, das die gelenkigen Finger des Pianisten entfesselte. Sein Spiel war so etwas wie ein kleines Lehrstück in klarer Stimmführung, die nichts zu wünschen übrig ließ. Lob verdient der Interpret auch für Felix Mendelssohn Bartholdyes ‚Variations sérieuses.‘ Er gab sie angemessen ernst, streng und nie zu romantisiert, schaffte es hier aber doch, erregende Gefühlsspannungen zu entladen und das furiose Werk als explosives Kraftpaket zu inszenieren.

Inszenieren musste der Pianist auch die Sonate Nr. 2 gis-Moll op. 19 von Alexander Skrjabin. Sie soll, so der Komponist, nächtliche Stille, Meeresbrandung und Mondschein im ersten sowie einen sturmgepeitschten Ozean im zweiten Satz assotiieren. Jedenfalls durfte der Interpret dabei verschiedene Stimmungen virtuos entfalten, und so tobten schließlich Mächte und Gewalten in diesem irrsinnig schwierigen Bravourstück.

Die hohe Kunst der Interpretation erweist sich bei Beethovens Sonate op. 111 nicht allein im Beherrschen der stellenweise recht verzwackten Technik – das darf man bei einem guten Pianisten getrost voraussetzen. Mehr noch mußte der Interpret jene Gebärde erstrittener Lebensweisheit hörbar machen, die Beethovens Spätwerk durchzieht. Letzteres schin in der herrlich gespielten Arietta durch, überhaupt in weiten Teilen des variationsreichen zweiten Satzes. Vor allem bei dieser Sonate überzeugte Cáceres insgesamt mit sehr differenziertem Spiel. Besonders zum Ende hin wirkten durchgehende Triller ebenso flirrend wie entrückt.“ Roland Mörchen, Hildesheimer Allgemeine, 1996

 

Vollblutromantiker

Am Flügel entfachte Dean Cáceres eine innere Glut. Musikalisch durch und durch romantisch veranlagt, zeigte der Pianist bei aller Bescheidenheit seines Auftretens einen selbstbewussten, drängenden Impetus. In Mozarts Sonate F-Dur KV 332 führte dies zu einer sehr bewegten, tonlich sorgsam abgerundeten Interpretation.

Stilistisch rundum überzeugen konnte Cáceres in Skrjabins Sonate op. 70, in der er einen großen Spannungsbogen konzipierte und die Wendungen im Stimmungsbild recht individuell vollzog. In bewußt diffus gehaltenen Passagen kam es da zu plötzlichen, heftigen Ausbrüchen, und in der Kontrastierung der Register zeigte der Solist hohes Feingefühl.

Gegensätze beherrschten ebenfalls Chopins großen Zyklus op. 28, dessen 24 Préludes die pianistische Palette voll ausschöpfen. Auch hier bewies Cáceres starke Ausdruckskraft und eine durchweg zuverlässige Technik, die dem ohnehin schon sehr persönlich gehaltenen Grotrian-Steinweg-Flügel eine Fülle von Klangnuancen entlockte. “ Matthias Hengelbrock, Göttinger Tageblatt, 1992

 

Hervorragender Pianist

Die gewaltigen Akkordtriller, wuchtigen Akkordbrechungen und vollgriffigen Passagen in der 10. Sonate von Alexander Skrjabin gestaltete Dean Cáceres unglaublich bezwingend und souverän und dann den schemenhaft stockenden Schlussteil mit einfühlsamer Zurückhaltung. Eine bewunderungswürdige und äußerst nachhaltig wirkende pianistische Leistung!“ Ingeborg van Dieken, Niederelbe-Zeitung, 1992

 

Energien am Klavier

Diesmal gastierte der Nachwuchspianist DeanCáceres, derzeit noch an der Musikhochschule studierend, und auch über ihn läßt sich sagen, dass er das Klavierspiel sehr energisch und entschlossen betreibt. Den Kopfsatz von Chopins b-Moll Sonate durchmaß er im Stil eines Klaviertitanen, kraftvoll, heroisch, mächtig. Sehr gelöst und herzhaft geriet nach Chopins Sonate dessen Barcarolle Fis-Dur op. 60, während sich bei Schumanns abschließenden „Kreisleriana“- Zyklus viele gelungene Momente ergaben. Zwar neigt Cáceres, ganz Sturm-und-Drang-Musiker, dazu, den dynamischen Pegel voll auszufahren, andererseits vermag er geheimen Seelenzuständen durchaus auf den Grund zu gehen.“ Rainer Neumann, Hannoversche Allgemeine, 1988

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