Die letzten Zeugen des Gulag

Dokumentarfilm, 60 Min., HD

UT englisch und russisch

Autoren: Dean Cáceres, Lars Henze

Kamera: Richard Marx

Assistenz: Anastasija Maleeva

Der Film mit pädagogischem Begleitmaterial (ROM-Teil) erhielt von der Medienbegutachtungskommission Baden Württemberg das Prädikat “ für den Unterricht empfohlen“.

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Der Dokumentarfilm „Die letzten Zeugen des GULag“ macht auf einen Personenkreis aufmerksam, dessen inzwischen hochbetagte Angehörige auch in Deutschland lange Jahre wenig gewürdigt unter uns lebten. In der DDR war der GULag tabuisiert, in der Bundesrepublik ab den sechziger Jahren aus dem öffentlichen Bewusstsein ausgeblendet. Die Lagergemeinschaft Workuta gedenkt auf ihrem Jahrestreffen der gefallenen Kameraden und erinnert sich an die eisige Hölle Sibirien. Zu Wort kommen unter anderem Edith Fadtke, Peter Seele, Lothar Scholz und Horst Schüler.

 

Eine weitere Station des Films ist der Archipel der Solowki-Inseln. Das dortige Gründungskloster der orthodoxen Kirche war eines der wichtigsten Zentren der Christenheit im russischen Norden, bevor es in den 1920er Jahren in das erste Arbeitslager umfunktioniert und zum Prototyp des sowjetischen GULag-Systems gemacht wurde. Der im Solowezki-Lager geborene Timur Koziejev wurde zum Zeugen der brutalen Erschießung seiner eigenen Mutter. Weitere Orte des Gedenkens sind die Massenerschießungsplätze in Sandarmoch und Butowo, sowie der Friedhof Donskoje in Moskau, wo die meisten hingerichteten DDR-Widerständler bestattet wurden.

 

Theater, Musik, Kunst und Literatur spielten als Faktor zum Überleben eine große Rolle. Für künstlerische Leistungen erhielten einige Häftlinge Arbeitserleichterungen und Vergünstigungen. Aber auch für den Erhalt des Seelenlebens im strapaziösen Alltag war Kultur ein wichtiger Ausgleich. Die oft unter schwierigsten Umständen entstandenen Werke sind bleibende Zeugnisse für die Nachwelt. Der Film zeigt wertvolle Häftlingszeichnungen und Kunstgegenstände aus der Sammlung der Gesellschaft MEMORIAL Moskau. Die Schauspielerin und Autorin Tamara Petkevich, der Dichter Semyon Vilensky und der Maler Evgenij Uchnaljev sprechen über ihre Zeit im GULag, über die Lebensbedingungen und wie sie die Torturen überlebten.

 

Referenzen:

Memorial Deutschland: „Das Thema erscheint uns umso relevanter, da gegenwärtig das Gedenken an die Opfer des GULag in Russland wieder in Frage gestellt ist.“

Sebastian Prieß, MEMORIAL Deutschland: „Es ist Ihnen gelungen, den historischen Kontext mit der aktuellen Lage darzustellen und gleichzeitig ausführliche Interviewbeiträge einzuflechten. Wir von MEMORIAL finden uns in diesem Film auch adäquat wiedergegeben.“

Uta Gerlant: Der Film ermöglicht „eine Kenntnisnahme und offenere Auseinandersetzung damit, was Gulag für Menschen im 20. Jahrhundert bedeutete.“

Waltraut Breitenfeld, Bundespräsidialamt: „Das Filmprojekt leistet einen wichtigen Beitrag für die Diskussion über den Umgang mit den Lehren aus der Vergangenheit.“

Monika Schäfer, NDR: „Der Film ist nicht nur sehenswerte Spurensuche, sondern auch ein zeithistorisches Dokument mit wertvollem Archivmaterial, und die interviewten Zeitzeugen erzählen so persönlich wie emotional.“

Gudrun Wolter, WDR: „Der Film erzählt eine berührende Geschichte.“

Gabriele Karwath, SWR: „Es sind wirklich sehr bewegende Geschichten, eingefangen in dem Thema angemessenen ruhigen Bildern.“

Lothar Scholz, Gulagopfer: „Es ist gelungen, ein gewaltiges Gemälde des Gulag zu zeichnen.“

 

© Cáceres 2017