Fernsehbeiträge

Musik ohne Glamour – aus dem Alltag zweier Pianistinnen

Dokumentarfilm von Dean Cáceres und Alexander Hühne, gesendet in der Reihe „Nachtkultur“ des RBB am 21. September 2008, 23:30 Uhr und ab 22. Februar 2009 bei der Deutschen Welle

 

Die Pianistinnen Gerlint Böttcher und Gudrun Brückner haben eines gemeinsam. Sie sind erfolgreiche Künstlerinnen, doch keine Weltstars. Beide verdienen schlichtweg mit Musik ihren Lebensunterhalt. Das ist bei aller Leidenschaft oft anstrengend genug.

Gerlint Böttcher ist eingeladen, in Gera ein Klavierkonzert aufzuführen, das sie noch nie öffentlich gespielt hat – eine große Herausforderung. Sie hat nur noch zwei Tage, die erste Orchesterprobe naht und die Nervosität steigt, zumal das Konzert life im Rundfunk übertragen wird.

Gudrun kommt aus einer fränkischen Kleinstadt, sehnte sich schon immer nach fernen Ländern. Eines Tages erhält sie einen Anruf, der ihr Schicksal verändert: Sie soll als Pianistin auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten – welch eine Chance! Auf ihrer ersten Reise nach Norwegen ist sie von Glücksgefühlen überwältigt. Das Schiff bietet ihr alles – spannende Länder, die Bekanntschaft mit der Traumschiff-Crew und auch Anerkennung. Doch will sie wirklich auf Dauer eine Ozeanpianistin bleiben?

 

Das Geheimnis des Aralsees
Dokumentarfilm von Dean Cáceres, Alexander Hühne und Paul Pfander, gesendet bei Arte in der Reihe „Entdeckungen“, 16. November 2006

 

Der Aralsee, einst doppelt so groß wie die Niederlande, hat seit 1960 über zwei Drittel seiner Fläche eingebüßt. Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Bielefeld untersucht den versandeten Seeboden und beteiligt sich an einem deutsch-kasachischen Projekt zur Wüstenbekämpfung. Archivbilder erzählen vom sozialistischen Sieg über die Natur. Immer größere Ernten an Reis und Baumwolle meldeten stolze Kolchosen. Doch unkontrollierte Wasserverschwendung ließ das salzige Grundwasser dicht an die Oberfläche steigen, und Salzkristalle machten den Boden für die Nutzpflanzen unfruchtbar. Eine rapide Verdunstung verwandelte das Süßwasser des Sees in eine Lake, deren Salzgehalt dreimal so hoch ist wie der des Meeres. Alle Fische starben. Durch Wind und Staubstürme gelangt das Salz in die Luft, gefährdet die anliegenden Felder und sogar Gletscher bis nach Skandinavien.

Archivbilder zeigen die sowjetische Fangflotte, die ihre Netze voll mit Edelfisch an Bord zieht. Heute wirken die endlosen Dünenfelder auf dem ehemaligen Seeboden aus der Luft auch fast wie Wellen. Und sie bewegen sich. Einige Häuser im ehemaligen Fischerdorf sind schon zugeschüttet. Um den Boden zu stabilisieren und die Winderosion einzudämmen, legen die Bielefelder Wissenschaftler eine Probeplantage aus einheimischen Saxaulsträuchern an. Eines der größten Probleme der Aralregion ist das Trinkwasser. Die Quellen vor Ort sind nur bedingt genießbar. Jährlich fließen Herbizide, Pestizide und Dünger aus den Feldern ungehindert in den Wasserkreislauf. Ärzte in Aralsk beklagen eine der weltweit höchsten Kindersterblichkeiten. Und die UNO verteilt Destillatoren zur Wasseraufbereitung an die Haushalte. Für die Natur ist das Phänomen des schwindenden Wassers nichts Neues. Auch der Mensch muss lernen, damit fertig zu werden. Doch die kasachische Regierung will den nördlichen Fluss Syr-Darja nicht nach Süden zu den Usbeken abfließen lassen und baut für 80 Millionen Dollar einen Damm. Das Projekt ist nicht unumstritten, denn viele Wissenschaftler warnen, dass dadurch der übrige Teil des Sees noch schneller austrocknet. Im Jahr 2010 wird voraussichtlich nur ein Zehntel davon bleiben.

 

Der Sakerfalke
Dokumentarfilm von Dean Cáceres, Alexander Hühne und Paul Pfander, gesendet bei Arte im „Umweltmagazin“, 15. September 2003

 

„Goldener Krieger“, so  heißt das Denkmal auf dem zentralen Vorplatz des Regierungsgebäudes in Almati.  Die junge kasachische Nation verehrt den Skytenfürst der Antike als Helden. Der Edelfalke auf seiner Faust verkörpert Schnelligkeit, Kraft und vor allem Luxus.  Wir begleiten den Ornithologen und Falkner Paul Pfander, der den aktuellen Bestand des in Kasachstan heimischen Sakerfalken überprüfen möchte.  Von einem dramatischen Rückgang um 90 Prozent ist die Rede. Die Lebensbedingungen in der weiträumigen Landschaft waren für die Falken seit jeher ideal.  Pfander kennt noch viele alte Horste.  Doch werden sie auch bebrütet sein?  Eine bestimmte Form der Kotspuren, die sogenannten „Schmelzstreifen“,  beweisen eindeutig: hier haben Falken gewohnt. Bis jetzt sind alle Brutplätze, die wir mit dem Jeep anfahren, verlassen.  Von dem gewohnten keilförmigen Flugbild am Himmel fehlt bis jetzt jede Spur. Sollten sich unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigen?

 

Chokpak – ein Nadelöhr für den Vogelzug
Dokumentarfilm, gesendet bei  Arte im „Umweltmagazin“, 2. Juni 2003

Autoren: Dean Cáceres, Alexander Hühne und Paul Pfander

 

Der Tjan-Schan Gebirgszug im Süden Kasachstans war seit jeher eine natürliche Grenze für Mensch und Tier. Mit immer noch 1300 Metern Höhe ist der Chokpak- Pass eine der wenigen Möglichkeiten, das Hochgebirge zu überqueren. Hier verlief ein Handelsweg der Großen Seidenstraße, auf der schon Marko Polo bis nach China gelangt sein soll. Wenn sich im Winter arktische Kälte über die Steppen Sibiriens und der Mongolei legt, dann nutzen Millionen von Vögeln den Pass, um in den warmen Gefilden Afrikas und Indiens ein Winterquartier zu finden. Wissenschaftler errichteten an diesem geographischen Nadelöhr die weltweit größte Beringungsstation.  Mit drei riesigen Reusen werden hier die verschiedensten ziehenden Vogelarten massenhaft eingefangen, untersucht und registriert. Die ermittelten Daten werden im zoologischen Forschungsinstitut von Almaty, der Hauptstadt Kasachstans, ausgewertet. Seit dem Gründungsjahr 1966 liegen  mehr als zwei Millionen Eintragungen vor. Die Erforschung des Vogelzugs ist das Lebenswerk von Professor Eduard Gawrilov, einem der Gründungsväter der Station.  Früher ging es ihm überwiegend um Migrationswege und Brutgebiete. Inzwischen sind vorwiegend Bestandsänderungen zum Hauptforschungsziel geworden. Das Lager mit den Reusen wird zweimal im Jahr auf – und abgebaut. Doch in diesem Frühjahr stimmt etwas nicht. Die wichtigsten Zugtage im Mai sind längst verstrichen, aber die Vögel sind noch nicht gekommen. Sollte etwa die ganze Arbeit umsonst gewesen sein?

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